Derbytime in Büttelborn

Datum: 07.02.2019

Nach spektakulärem Auftakt mit 4:0-Führung lässt Dornheim/Groß-Gerau die Taktische Disziplin vermissen

Es war eine Anfangsphase zum Augenreiben. Was war denn hier los? Der Die HSG Dornheim/Groß-Gerau, der Außenseiter, lag am Samstagabend in der Büttelborner Kreissporthalle mit 5:1 vorne. Weil den Abstiegsbedrohten Kreisstädtern schier alles gelingen wollte. Im Gegensatz zum TV Büttelborn II, dem es vor allem am Wurfpräzision mangelte. Aber der TVB steigerte sich nach zehn Minuten und gewann das Derby mit 27:23 (13:12). Bei der Verwertung von Torchancen schwächelten die Büttelborner aber bis zum Schluss, was einen höheren Sieg verhinderte. Das war eigentlich zu erwarten, sagte TVB Trainer Rene Friedmann. Die Probleme mit der Chancenverwertung begleiten seine Mannschaft schon über die ganze Saison. Und nun muss der Tabellensiebte auch noch auf mehrere Stammkräfte verzichten, was sich insbesondere auf die Qualität des Rückraumspiels auswirkte. Da Manuel Janz in der Oberliga-Mannschaft aushalf, war der TVB auch am Kreis dünn besetzt. Umso ärgerlicher, dass sich Kreisläufer Sebastian Ruff die Rote Karte einhandelte, weil er den linken Außenspieler Lukas Huberty mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat. Ab der Roten Karte (Friedmann: Das war total überflüssig) war Ruff ab der 15. Minute nicht mehr einsetzbar. Die Gäste um Trainer Armin Walter taktierte zunächst sehr erfolgreich mit zwei Kreisläufern, die entweder selbst zum Wurf kamen oder den Rückraumspielern den Weg frei blockten. Aber je mehr Zeit verging, desto besser stellte sich der TVB drauf ein. Zum Verhängnis geworden, so Kapitän Michael Osternig, sei den Gästen aber eine Deckungslücke, die die Büttelborner auf der halblinken Rückraumposition im Eins-gegen-Eins-Zweikampf immer wieder rissen. Dies sei nur deshalb möglich gewesen, weil in der HSG-Abwehr der jeweilige Außenspieler nicht ausgeholfen habe. So haben wir bestimmt fünf oder sechs Gegentore bekommen. Überhaupt habe die Absprache in der Deckung viel zu oft nicht gestimmt. Friedmann indes war sehr zufrieden, was seine Mannschaft aus ihren personellen Möglichkeiten machte. In den entscheidenden Phasen haben wir sehr geduldig gespielt, sagte Friedmann und wir haben sehr gut die Außen freigespielt. Auch letzteres wollte die HSG unbedingt vermeiden. Nach der Pause, da der gastgebende TVB allmählich davonzog, verhedderten sich die Gäste vorne in zu viel Klein-Klein. Auch überhastete Würfe und das Abweichen von taktischen Vorgaben hätten verhindert, dass die HSG das Derby länger offen gehalten habe. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zu dumm angestellt, so Osternig.

Spielfilm: 1:5, 4:5, 5:8, 8:8, 13:12 (Halbzeit) 16:13, 18:16, 20:16, 23:18, 24:21, 27:23

HSG Tore: Disca (6), Sölch (3), Schäfer (3), Osternig (3), Senssfelder (3), Nold (2), Schröder (1), Seith (1), Wagner (1)

Quelle: Groß-Gerauer Echo